Märchenonkel Reinhard Heinrich erzählt wieder:

Regionalpolitik

Lach und Sachgeschichten aus dem Zahlenland der Kreis-CSU
oder die
"Legende vom sinnlosen Rücklagenverzehr der
Bunten Koalition von Pfaffenhofen"

Offener Brief an die Kreis-CSU
im Zusammenhang mit dem PK-Artikel:
"Verdrehungen, Polemik und Unwahrheiten“

Sehr geehrter Damen und Herren,

jedes Märchen beginnt in der Regel mit "es war einmal..."
Also dann, warum dann nicht auch dieses.

Es war einmal eine glaubwürdige CSU im Landkreis Pfaffenhofen...

Na gut, Spaß bei Seite.

Show-Geschichten und Politik gehören bekanntlich zusammen
wie Salz und Pfeffer.

Ein besonders emsiger Geschichtenerzähler kommt jedenfalls aus dem südlichen Landkreis:

Landratskandidat in Wartestellung Reinhard Heinrich, Bürgermeister der ländlichen Kleingemeinde Reichertshausen und Fraktionssprecher
der Kreis-CSU.

Als schwarzer Märchenonkel zieht er seit geraumer Zeit von Ort zu Ort um die "Legende vom sinnlosen Rücklagenverzehr der Pfaffenhofener Bunten Koalition" zu verbreiten.

Allerdings merken selbst geneigte Zuhörer nach kürzester Zeit,
Märchenonkel Reinhard erzählt nicht nur ein sehr einseitiges Märchen, nein, auch sein Zahlenmaterial ist soviel wert wie die Sandkörner die er versucht der Bevölkerung in die Augen streuen.

"Brot und Spiele-Politik" wirft er der Bunten Koalition in Pfaffenhofen vor.
"Knapp die Hälfte aller Rücklagen habe der neue rote Bürgermeister Herker bereits sinnlos verbraucht", usw. usw.

Alles pure Märchenerzählung!
Hierzu nun ein paar reele Zahlen wie sie kürzlich auch dem Pfaffenhofener Stadtrat zugegangen sind:

Am 31.12.07 (noch unter Prechter) war der Stand der Rücklagen 14,7 Mio. und der Schuldenstand bei 13,5 Mio., also eine Differenz von +1,2 Mio.

Am 31.12.09 war der Stand der Rücklagen noch 12,3 Mio. und der Schuldenstand bei 11,2 Mio., also eine Differenz von +1,1 Mio.!

Wer rechnen kann ist also klar im Vorteil!

Egal, denn Tatsachen spielen in Heinrichs Geschichte eh keine Rolle.
Er will mehr Spannung! Alles ist erlaubt, wenn es den Zuschauer fesselt und auch wenn man ihm dabei die, für das Begreifen der Geschichte, nötigen Informationen vorenthält.

Denn von den kostenintensiven Altlasten, welche sein vormaliger Amtskollege und die damals führende CSU in Pfaffenhofen zu verantworten haben und unter denen die Kreisstadt heute eben zu tragen hat, kommt in Reinhards Klagelied selbstverständlich nichts vor.

Zum Ausgleich deshalb dazu hier ein paar zusätzliche Strophen aus Pfaffenhofen: Copyright inklusive!

Wer hat den die…

millionenschweren Sanierungsfälle
Schulzentrum-Niederscheyern und Eisstadion provoziert?

Wer hat das Altenheim ohne Konzept
hilflos dem Konkurrenzkampf ausgeliefert?

Wer hat Obdachlose in Containern hausen lassen?

Wer hat die kommunalen Wohnungen verlottert?

Wer hat jahrelang Straßen in übelstem Zustand nicht repariert?

Wer hat die sanierungsbedürftige Wasserversorgung und marode Leitungen unbeachtet liegen lassen?

Wer hat jahrelang keine Gebühren angepasst?

Wer hat die Innenstadt vernachlässigt?

Wer hat den Hauptplatz jahrzehntelang vor sich her geschoben?

Ja, dreimal dürfen sie raten?! Nein, Rumpelstilzchen war es nicht!

Im Übrigen, auf diese Weise
wäre es sicher jedem gelungen Rücklagen zu bilden.

Herr Heinrich, finden Sie nicht auch, dass es unverantwortlich ist, wenn man versucht der Öffentlichkeit, unter der Berufung darauf, dass man höheres Wissen habe, mit dem angeblich drohenden finanziellen Niedergang der Kreisstadt oder gar des Landkreises Angst einzujagen?

Ach wie gut, dass alle Bürger heute selbst sehen können, dass die CSU mit Geld ebenso wenig umgehen kann wie mit Wahlniederlagen.

Und das Desaster der bayerischen Landesbank ist im Vergleich zu Ihren Stories leider eine wahre Geschichte, die uns alle noch lange beschäftigen wird.

Was Pfaffenhofen betrifft, haben sie jedenfalls nicht den geringsten Anlass den Leuten das „Gruseln" beibringen zu wollen.

Entweder sie ignorieren jedes Zahlenmaterial
und glauben auch weiterhin, dass ein paar Kulturveranstaltungen mehr oder weniger tatsächlich die Pfaffenhofener Rücklagen aufbrauchen könnten,

oder

sie betreiben tatsächlich vorsätzliche Legendenbildung und Bürgertäuschung!

Herr Heinrich,
vor diesem Hintergrund fordere ich sie auf:
Hören Sie auf solche Märchen zu erzählen!

Respektive dieser Gesamtschau wundert es mich jedenfalls nicht, wenn Ihr Kreis Vorsitzender Karl Straub seine CSU immer mehr in Bedrängnis sieht und in kollektiver Selbstüberschätzung nicht versteht, warum das alles so gekommen ist.

Zu lange hat man offenbar alleine den Ton angeben und zu groß ist der
Wunsch diesen Zustand wieder herstellen zu wollen.

In der Kreisstadt und im Landkreis kann man jedenfalls seit neuestem den Eindruck gewinnen, je schneller ein Politiker bei geringstem Gegenwind beleidigt ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit dass er der CSU angehört.

Aber vielleicht üben Sie ja einfach den "Ritter von der traurigen Gestalt" oder die "Beleidigte Leberwurst“ für die kommenden Starkbier- bzw. Faschingsveranstaltungen.

Nix für ungut.

Aber wer, so wie Herr Heinrich, vorsätzlich falsche Inhalte verbreitet um offensichtlich andere damit zu beschädigen, muss auch mal etwas Gegenwind hinnehmen!

Markus Käser
SPD-Kreisvorsitzender


Aktueller Zusatz vom 08.03.2010:
Reinhard Heinrich hat in Form einer "offiziellen Stellungnahme" und in Form von privaten Mails auf den offenen Brief von Markus Käser reagiert. Sowohl die Stellungnahme als auch den kompletten Mailverkehr können Sie auf den Webseiten des CSU-Kreisverbandes nachlesen.

Den Mailverkehr können wir Ihnen leider nicht auf diesen Seiten zur Verfügung stellen, da beispielwsweise auch ein Urteil aus dem Jahr 2008 des LG Köln bestätigt:

Das ungenehmigte Veröffentlichen von privaten E-Mail-Nachrichten eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte gem. §823 BGB.(siehe auch: §1004 BGB)

Info für CSU-Webmaster und Verantwortliche:
Auf die unautorisierte Veröffentlichung von E-Mail-Nachrichten im eigenen Blog oder auf der eigenen Homepage sollte grundsätzlich verzichtet werden, um bereits im Vorwege möglichen rechtlichen Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen – und das zwar unabhängig von der Tatsache, ob in der E-Mail der Veröffentlichung der Inhalte widersprochen wird oder nicht.

Infos zum Urteil
 

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