Dreikönigstreffen 2010

Gelungener Jahresauftakt: SPD will "Mehr Wolnzach wagen!"

Mit der Frage "Wolnzach – Perle der Hallertau oder sinkender Stern im Landkreis?" startete die SPD Wolnzach gemeinsam mit dem SPD Kreisverband ins neue Jahr.

Beim traditionellen Drei-Königstreffen in Wolnzach am 06.01.2010
stellte die SPD dabei vor allem die Zukunft für den Markt Wolnzach in den Mittelpunkt.

Nach der Begrüßung aller Gäste im gut gefüllten Wolnzacher Feststadel und zwei Mitgliederehrungen (extra Bericht folgt) durch Sonja Gaul folgte ein Impulsreferat des Kreisvorsitzenden Markus Käser zum Thema "Wolnzach & Willkür" (Wortlaut siehe unten).

Im Anschluß hielt der der neue SPD Fraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher eine interessante und intelligente Rede über landes- und bundespolitische Themen.

Zuvor besichtigten die GenossInnen die Bürgerbräu Brauerei.

Als die Delegation, welche bei der Brauereibesichtigung dabei war, zurückkam, platzte der Wolnzacher Feststadel bereits aus den Nähten und für die vielen Gäste aus dem ganzen Landkreis mussten noch Stühle und Tische nachgebracht werden.

Dementsprechend erfreut begrüßte Sonja Gaul, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, zum traditionellen Dreikönigstreffen. Als besonderer Gast war Markus Rinderspacher, der neue Fraktionschef der Bayern SPD angereist und wurde mit warmen Applaus willkommen geheißen.

Als Redner, sondern auch als Mitveranstalter wurde SPD-Kreisvorsitzender
Markus Käser begrüßt, welcher sich im Vorfeld mit um Thema und Organisation mit gekümmert hat. Und dieser eröffnete dann auch als erster die Reden des politischen Jahresauftaktes mit einem Impulsreferat zum Thema "Wolnzach & Willkür".

Ein externer Blick könne nie schaden, eröffnete er seine Ausführungen, in denen er die Wolnzacher Errungenschaften und den ganz eigenen "Nationalstolz" der Hopfenmetropole rühmte, dann aber schnell auf die Kehrseite der Medaille zu sprechen kam. "Heute sieht
das alles ein wenig anders aus", schnitt er die Finanzaffäre allerdings nur am Rande an und konzentrierte sein Dauerfeuer – wie anschließend auch Sonja Gaul – auf den derzeitigen Bürgermeister Jens Machold.

"Wir reden hier nicht von einer Person, sondern vom gesamten Cocktail", so Käser, der die derzeitige Stagnation der CSU-Führung zuschrieb, respektive ausfallender Gemeinderatssitzungen und Bürgerversammlungen von "vordemokratischen Verhältnissen" und einem "Selbstbedienungsladen der CSU" sprach.

Doch auch die Wolnzacher selbst packte er an der "Nase".
Die Wolnzacher seien es nach ihrer langen Ära unter einem Alleinherrscher nicht mehr gewöhnt, mitdenken zu müssen, hätten sich vom süßen Geschmack des kurzfristigen Erfolges blenden lassen
und seien jetzt in eine Phase der Ideenlosigkeit eingetreten.
"Es braucht einen, der hier aufsteht und die Dinge vernünftig regelt", schlug Käser abschließend die Brücke zum neuen SPD-Slogan für die Hopfenmetropole "Mehr Wolnzach wagen", in Anlehung an den bekannten Wahlkampfslogan von Willi Brandt: Mehr Demokratie wagen.

Sonja Gaul fing in Ihrer anschließenden Rede den Ball von Käser auf und
untermauerte die aktuelle Situation mit einigen Beispielen zu Problemfällen
wie den Ausbau der Hopfenstraße, der Kinderkrippe oder die ausgefallenen Bürgerversammlungen und lieferte auch selbst gleich einen Agenda-Vorschlag für die nächste Bürgerversammlung, welche nun bis spätestens in diesem Frühjahr stattfinden soll.

Von einem "überdeutlichen Fehlstart der neuen Regierung" sprach Markus Rinderspacher, der neue Fraktionsvorsitzende der SPD im Bayerischen Landtag, bei seiner darauffolgenden Ansprache im Wolnzacher Feststadel.

Hier Fotos und Berichte in den regionalen Medien:
www.hallertau.info
www.intv.de
www.donaukurier.de

Er spielte damit gleichermaßen auf die schwarz-gelben Koalitionen in Berlin und in München an – und ließ es nicht an kräftigen Belegen mangeln, um diese These zu untermauern. "Ich erkenne keinen Willen zu Gestaltung und Verantwortung, sondern nur eine reine Klientelpolitik."

Gesellschaftliche Vereinzelung, Milieubildung und mangelnden Zusammenhalt zwischen den Bevölkerungsschichten prangerte der Fraktionschef an, nahm die CSU wegen der Landesbankenaffäre mächtig in die Kritik und rühmte die finanzpolitischen Errungenschaften der Sozialdemokraten ebenso wie die SPD-Grundwerte. "Aus ihnen müssen wir Kraft für die Zukunft schöpfen und dürfen uns nicht von den jüngsten Wahlniederlagen vom Weg abbringen lassen", richtete er den Blick nach vorne und auf die Themen der nächsten Monate.

Markus Rinderspacher, Fraktionschef der Bayern SPD

Arbeitsmarkt, Bildung, erneuerbare Energie und Bekämpfung der Armut. "Die Probleme anpacken, an die Zukunft glauben und Fortschritt generieren", nannte er sein Rezept, um wieder Optimismus einkehren zu lassen.

Rinderspacher erntete Dank und Anerkennung für seine sehr angemessene Rede zur Situation.

Nach den Reden spielten die Wolnzacher Originale "Trapp & Appel" noch so manches Arbeiterlied und die Genossen ließen den Abend mit Leberkäse und Bürgerbräu ausklingen.


Der Impulsvortrag des SPD-Kreisvorsitzenden,
Markus Käser, "Wolnzach & Willkür" im Wortlaut:

Liebe WolnzacherInnen, liebe Vertreter der Presse,
liebe Freunde der Sozialdemokratie,

lieber SPD OV Wolnzach,
zunächst Euch vielen Dank für die Organisation der Veranstaltung und dass ich hier sprechen darf.

Mein Name ist Markus Käser, ich bin seit 2009 Vorsitzender des SPD Kreisverbandes.

Und in dieser Funktion habe ich Ihnen heute ein paar Gedanken zu Wolnzach mitgebracht.

Ich bitte Sie mir die nächsten 8 Minuten ihr Ohr zu leihen und das sage ich ganz bewusst, trotzdem, dass ich Pfaffenhofener bin.

Ich bin mir über die besondere Beziehung unserer beiden Ortschafen sehr wohl bewusst und gerade deshalb sage ich Ihnen, es soll heute nicht Ihr Schaden sein, und ich bitte um ein wenig Vertrauen. Denn man kennt eben seine Mitbewerber und Konkurrenten oft besser als seine Freunde. Und ich denke auch, dass der externe Blick, von hinter dem „Bahnerberg“, für Wolnzach heute nicht schaden kann.

Ich kenne Wolnzach privat durch einige Freunde und bekannte die hier leben, Wolnzacher Gemüt durfte ich innig beim Wasserskiclub erleben, bei dem ich selbst einige Zeit Betreuer war und als Jugendlicher habe ich sicher auch den einen oder anderen Euro Umsatz in der Siegelhalle verursacht ;-).

Im direkten Kontakt war das für mich bisher immer so, dass wenn man etwas von Wolnzach gehört oder gelesen hat, dann war die Information meist gepaart mit stolzem Klang. Ein selbstbewusster Ausdruck einer selbstständigen Gemeinde in unserem Landkreis.

Selbst als Pfaffenhofener hat man aufgrund Eurer Errungenschaften und Eurer innigen Gemeinschaft nicht selten etwas neidisch in Richtung Wolnzach geblickt.

Wolnzach – Perle der Hallertau, Toskana Bayerns, Hopfenmetropole, was fehlt noch? Ah Nabel der Welt – ja stimmt! Und all diese Eigenschaften sagt man Wolnzach ja nicht zu unrecht nach. Wolnzach ist ein Ort in dem es sich sicher gut und gerne leben lässt.
Man kann stolz auf Wolnzach sein.

Leider, und Sie selbst wissen es auch, ist das mittlerweile heute ein wenig anders.

Wolnzach hat jedenfalls in letzter Zeit etwas von seinem Glanz eingebüsst.
Um im Kontext der heutigen Veranstaltung zu bleiben: Der Stern Wolnzach beginnt zu sinken.

Denn Wolnzach hat heute zumindest für Außenstehende auch andere Attribute. Gespaltene Gesellschaft, Finanzaffäre, etc… Ich erspare Sie Ihnen hier alles weitere gerne. Wir wollen uns nicht mit der Vergangenheit geißeln. Aber eines kann ich uns nicht ersparen, wir wollen ja lernen, das ist die Frage: „Wie konnte es soweit kommen. Was hat dazu geführt?“.

Aus meiner Sicht es sicher nicht immer eine Sache, nicht nur eine Person die daran Schuld hat. Sicher ist es ein Mix, ein Cocktail von einigen Dingen.

Aber, dass sich die Situation auch bis heute nicht verbessert hat, das liegt unter anderem auch an der derzeitigen Führung im Rathaus.

Und meine Damen und Herren, was ich da höre, das ist nicht Wolnzach – das klingt eher nach Ort in welchen andere demokratische Regeln herrschen als in Bayern

Ich höre beispielsweise davon, das regelmäßig Gemeinderatssitzungen ausfallen, die der BGM mit Themenlosigkeit entschuldigt, ich höre davon, dass seit 2008 keine BV mehr stattgefunden haben, obwohl diese gesetzlich vorgeschrieben sind.

Ich höre davon, dass Bürger ungleich behandelt werden und dass die Zugehörigkeit zu einer christlich orientierte Interessensvereinigung und/oder etwas weniger christlich, zum Gewerbeverband zumindest bei der Geschwindigkeit und Qualität der Antwort eine Rolle spielen sollen.

Wie gesagt, prüfen sie das nach, ich habe davon gehört. Aber wenn das so ist meine Damen und Herren, dann sind das vordemokratische Verhältnisse in Wolnzach und wenn das so ist, dann haben hier ein paar wenige diesen schönen Ort zu einem Selbstbedienungsladen für sich umfunktioniert.

Und das sind offensichtlich die selben Leute, die ihre eigene Tatenlosigkeit und immer wieder mit dem gleichen Argument verteidigen oder entschuldigen wollen: „Wir haben kein Geld. Wolnzach ist pleite!“. Ja wie lange soll das noch eine Entschuldigung sein. Und vor allem entschuldigt dieses Argument nicht schwere demokratische Defizite.

Meine Damen und Herren, liebe Wolnzacher, diese politische Führung ist nicht Mittellos, sonder diese Politik ist Kreativitäts, Taten-, Visionslos. (alles was einem mit …los so einfällt. Das ist doch das Problem.

Aber ich hatte anfangs ja gefragt wie konnte das alles soweit kommen?

Und zu dieser Frage liebe Wolnzacher, entschuldigen Sie es bitte, dass ich auch Sie ein wenig an der Nase packen muss,

Sie haben das doch alles zugelassen! Sie lassen das doch alles mit sich machen!

Gut, ich kann verstehen, sie haben gerade eine Ära eines Alleinherrschers hinter sich. Und mit so einem Alleinherrscher der was kann und etwas macht lebt es sich auch ganz bequem. Man muss nicht selber mitdenken und mitmachen und man kann trotzdem den Nektar des Erfolge kosten. Kurzfristig hat das ja auch funktioniert. Unter heutigem Licht sehen Sie und ich das sicher schon wieder etwas anders. Und vor allem, warum lassen Sie es nun gleich wieder zu?

Noch dazu wo heute nur der Alleinherrscher Lehrling und seine Gesellen agieren. Heute regiert in Wolnzach nicht nur Willkür, sondern zudem auch noch Stillstand und Visionslosigkeit.

Und der heutige BGM ist bestenfalls ein Alleinunterhalter. So habe ich Ihn zumindest auf dem Wolnzacher Volksfest erlebt. Ich muss Ihnen sagen, ich habe mich dort als Gast aus Pfaffenhofen ein wenig „fremdgeschämt“. Sie alle wissen genau was ich meine.

Apropos Volksfest, das ist auch wieder so ein Fall. Wenn der MP kommt, dann ist das eine Ehre für jeden Ort und er ist herzlich willkommen. Wenn aber der MP im Wahlkampf kommt, dann hat auch der MP zu erklären ob er als MP oder als CSU-Wahlkämpfer kommt.
Und wenn er als MP kommt dann hat er auch das Rednerpult der Staatskanzlei zu benutzen und nicht den Pult des CSU-Kreisverbandes.

Und wieder zeigt sich wie die "ticken". Die denken,
Ihnen gehört alles, Bayern, Wolnzach, die Landesbank,
das Universum, etc…

Es ist schlichtweg eine Sauerei das Volksfest, ein Bürgerfest durchgeführt und bezahlt von der Kommune, als Wahlkampfplattform zu vergewaltigen.

Und das sind ja noch die einfachen Dinge.
Wolnzacher, lasst Euch doch so was nicht gefallen!

Mich geht es ja nicht unmittelbar was an – aber ich würde mir wünschen, dass hier bald mal einer Aufsteht und das wieder regelt.

Ja und ich weiß, in Wolnzach gehen die Uhren anders, und es gibt Schwarze, Weiße und Wolnzacher.

Aber ich weiß auch, wenn Ihr hier in Wolnzach diese Zustände nicht ändert, dann gibt es in Wolnzach bald nur noch Schwarze und die Uhren gehen nicht anders, sondern sie bleiben stehen oder laufen rückwärts.

Wolnzach, meine Damen und Herren hat besseres verdient.
Ich würde mir wünschen, dass man als Pfaffenhofener bald wieder vor Wolnzach zittern muss. Und ich weiß Sie werden das 2014 ändern. Und wir werden gerne helfen.

Und ein kleiner Anreiz für die richtige „Wolnzachstrategie“ dazu könnte ein Ausspruch sein, der schon einmal für Deutschland richtig war als Willi Brandt auch einen Alleinherrscher abgelöst hat.
Mehr Demokratie wagen!
Ich wünsche Ihnen, liebe Wolnzacher in diesem Sinne auch den Mut und die Kraft für mehr Demokratie, für mehr Wolnzach und für mehr Zukunft.
Jetzt ist Wolnzach dran! Vielen Dank fürs Zuhören. Auf geht´s!


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12.11.2016, 20:00 Uhr Christian Springer ist mit seinem neuen Programm - TROTZDEM - zu Gast
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